Mangel, Fülle oder einfach nur leben?

Natürlich kamen und kommen nach meinem gestrigen Text: Blogbetreiber stehen oft am Rande Rückmeldungen und Reaktionen. Das ist auch gut so, lässt es mich einerseits nachfühlen, was meine wirklichen Beweggründe waren, dies so anzusprechen und werde ich auf der anderen Seite plötzlich reich beschenkt. Danke den ersten Spendern! Ich bin über eure teils großzügigen „Gaben“ tief berührt🙂

Nun bietet es sich an, gleich noch einmal diese Themen von Mangel und Fülle anzuschauen bzw. ein kurzes Resumee darüber zu geben, wie ich dieses Jahr bisher aus dieser Sicht erfahren habe. Ich weiß noch, als Ende letzten Jahres plötzlich Möglichkeiten auftauchten, wo ich so davon überzeugt war, dass diese jetzt gelingen könnten … es waren Gelderschaffungs- … ich nenne sie jetzt mal …„Konstrukte“ der unterschiedlichsten Art und doch alle irgendwie gleich. Wer hier schon länger mitliest, hat dies sicher, nicht immer wohlwollend, mitverfolgt. Kann ich aus jetziger Sicht total nachvollziehen. Doch vielleicht versteht ihr auch meine Beweggründe. Ich habe mich auf all dies eingelassen, weil ich mehr darin sah, als nur privat endlich von den Zwängen, Geld verdienen zu müssen, befreit zu sein. Ich fühlte dahinter Potential und meinte, als Gemeinschaft wäre es möglich, hier Großes zu erschaffen und zu Fülle zu kommen, die dann in eben große Projekte (wie Lichtzentren, Seminar- und Heileinrichtungen usw.) umgesetzt werden können.

Das dies alles nicht so lief, habt ihr sicher mitbekommen. Ich habe auch meine Wunderzeiten-Seite geschlossen, weil ich aus jetziger Sicht und mit all den Erkenntnissen und Erfahrungen der letzten Zeit nicht mehr dahinter stehe. Falls sich jemand von mir gedrängt fühlte, in einem der Systeme mitzumachen, möchte ich mich hiermit noch einmal entschuldigen. Es war nicht nur mein Ego, was da schnelles (Geld)Wachstum sah, ich wollte auch immer jedem als Mensch die Chance geben, ebenso frei zu werden …

Doch mit der Zeit wurde mir immer klarer, dass all die Gelderschaffungssysteme in diesem Gesamtsystem, wie es eben immer noch besteht, nicht dort hin führen … es ging eher immer darum, noch mehr Menschen mitzunehmen, aus welchen Beweggründen auch immer … so weit, so gut. Dieses Kapitel ist für mich schon einige Zeit abgeschlossen. Ich habe mich zurück besonnen und schaue, wie ich aus dem jetzt heraus leben kann. Ich kann annehmen, dass es eben im Moment so ist, wie es ist und sehe, dass auch hier Veränderungen möglich sind und sein werden.

Was hat mich nun bewogen, diesen Aufruf (s.o.) zu schreiben? Ein ganz anderes Thema steht hier dahinter. Das Thema: „mutig sein und um Hilfe bitten“. Ich schrieb vor einiger Zeit, dass das genau mein Grundglaubenssatz ist, alles allein machen zu müssen, nicht um Hilfe zu bitten, es nicht wert zu sein. Doch jetzt bin ich es mir wert! Jetzt bitte ich darum! Jetzt traue ich mich damit raus! Egal, was das auslöst, egal, welche (viell. auch unangenehme) Reaktionen es verursacht …

Es geht nicht allein um Mangel oder Fülle, es geht darum, wie ich leben möchte, jetzt. Was ich mir wert bin, worüber ich spreche. Und es geht darum, mal alles anders zu betrachten. Immer öfter fällt mir nämlich auf, dass sogenannte spirituelle Glaubenssätze nicht wirklich greifen. Geht es ums Wünschen, ums Manifestieren, ums Verändern, um Synchronizitäten und sogenannte Zeichen … immer mehr habe ich hier das Empfinden, wir machen es uns zu einfach. Gehen hin und meinen, alles wird uns präsentiert, wir brauchen nur zu warten … eben … . Also bei mir funktioniert das so nicht. Ich bin seit Jahren an einer Veränderung meines Lebensumfeldes dran, immer wieder kam was dazwischen, immer wieder landete ich unsanft im „alten“ Leben … und so fragte ich mich, was mache ich falsch? Warum kann ich mir mein Leben nicht so manifestieren, wie es in meinen Träumen und Visionen erscheint? Warum scheint das alles einfach nicht zu klappen? Soll es überhaupt sein?

Die einfach Antwort ist: Weil es anders geht, als wir Menschen meinen, dass es gehen sollte. Weil wir immer noch nicht den Adlerblick haben und alles von oben sehen. Weil wir so nicht einordnen können, warum Dinge geschehen. Und weil es langsam geht, Schritt für Schritt … viel langsamer als man uns sagte, viel langsamer, als wir es uns vorstellen können und viel langsamer, als diese und jene Botschaft es seit Jahren verbreitet. Wir sind auch hier immer wieder in die Irre geführt worde, ob nun bewusst oder unbewusst, sei mal dahin gestellt. Doch lassen wir es jetzt mal alles so stehen … wie ihr wisst, hat alles immer einen Grund.

Ich möchte mit meinen Worten ausdrücken, wo ich heute stehe. Ich sehe, es verändert sich viel, in meinem Leben wie in meinem Umfeld. Ich sehe aber auch, alles braucht Zeit, wir brauchen Zeit, wie sonst sollten unser Körper und unsere Seele mit all dem fertig werden? Wir spüren ja jetzt schon so oft Überforderung, wenn die Wellen dermaßen schnell hoch und runter schwingen.

Das heißt, ich lebe mein Leben in Achtsamkeit, bewusst und offen. Ich sage, was ich als meine Wahrheit fühle und übe es, immer mehr diese Offenheit nach außen zu tragen. Auch ich erfahre zwischendurch Momente, wo es mich noch mal so richtig nach unten reißt, wo ich mich im Sumpf wieder finde … doch ich stehe wieder auf, jedes Mal gestärkter und gefestigter in mir selbst.

Und so geht es nicht mehr darum, nur in Mangel oder schon absolut in der Fülle zu sein, sondern darum, ein Gleichgewicht auf allen Ebenen zu schaffen mit dem, was jetzt da ist. Ich möchte immer sagen können, ich l e b e … immer mehr in Harmonie, im Moment, im Staunen über die kleinen (und viell. ja großen) Wunder, ein Leben, dass sich so sehr von dem unterscheidet, was einst war. Und da bin ich schon🙂 … also, es kann nur besser werden🙂

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