Wohin führt der Weg?

Ich spüre sie wieder, diese Sehnsucht. Sie ist da, heute wieder mal mehr als an anderen Tagen. Doch was ist das für eine Sehnsucht? Wohin will sie mich führen? Was will sie mir zeigen? Will sie mir etwas zeigen oder sehe ich nur etwas darin, was es zu durchleuchten gilt?

Dieser Weg, ich bin auch einen Weg gegangen, gerade zurück aus kalter, sonniger Winterluft. Es wollte heute etwas mit jedem Schritt gelöst werden. Genauso schritt ich voran, jeder Schritt ein anderes Mantra, jeder Schritt etwas näher zu mir, sehr, sehr anders … und dann kam auch noch ein Lied, mein Lied, nur vier Zeilen lang, doch kraftvoll. Auch das begleitete mich auf meinem Weg, der mich über abgelegene Feldwege durch den kalten Wind führte. Ich musste ihn gehen, um dem Zug in mir zu folgen. Ich musste ihn gehen, um zu atmen, Sonne zu tanken, das Freisein zu spüren. Doch was bleibt? Diese Sehnsucht, die mich auch unterwegs begleitet hat, sie ist immer da.

Es ist eine Sehnsucht nach etwas Tiefem, etwas Verborgenem, etwas Großem. Es fühlt sich weit und frei an, aber auch so, als ob es irgendwo ist, nur nicht allein hier bei mir. Ich sehne mich danach, dort anzukommen, wo auch immer dieses „dort“ sein mag. Vielleicht ist es ja nicht nur dort, sondern hier, hier in mir? Aber warum geht mein Blick dann in die Weite, hinaus, immer wieder hinaus?

Ich weiß es nicht wirklich, doch ich frage mich echt zum x-ten Mal: „Wohin führt der Weg?“ Damit meine ich nicht nur den inneren Weg, nein, vor allem mein äußerer Weg, wohin führt er mich? Es gab ja Zeiten, da meinte ich zu wissen, wo ich hin will, wo ich leben möchte, wo es zieht. Das ist schon eine ganze Weile vorbei. Dem folgten Irritationen, Verwirrungen und immer wieder nicht funktionierende Anläufe. „Mein“ Ort hat sich mir immer noch nicht offenbart, was es mir zunehmend erschwert, da was zu tun. Für den Moment spüre ich, dass noch einmal eine Rückzugszeit ist, ähnlich der Natur, doch diese wird bald von Zeiten abgelöst, wo tun und Schritte gehen angesagt ist. Nur wie, wenn ich nicht weiß wohin? Mit wem, wenn sich niemand zeigt? Allein, wie eh und je? Irgendwas stimmt hier nicht!

Es sind Sonntagsgedanken, in der Stille erfahren, immer mal wieder gefühlt und eben an die Oberfläche gekommen. Sie sind derzeit nicht so heftig, dass sie mich mit nach unten nehmen würden, doch so richtig aufbauend auch nicht. So lasse ich sie mal eben durchfließen, geben ihnen hier einfach mal eine Form und schaue, was sich daraus entwickelt, ob sich etwas entwickelt, ob sich Zeichen zeigen, ob die Zeit passt.

Wohin führt der Weg? Eine Frage, die sich sicher jeder von uns immer wieder stellt. Ja, wohin führt uns unser Weg, außer in unser Herz? Zu wem führt er? An welchen Ort, zu welchen Menschen, wohin?

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Ein Gedanke zu “Wohin führt der Weg?

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