Abschiede

Mir geht es genau so, wie Lauren Gorgo hier beschreibt:

Inzwischen liegen viele von uns in den letzten (Press)Wehen, die letzten Reste der Vergangenheit entschlackend … alles freigebend, reinigend, entlassend, von dem wir uns lösen müssen, um uns ganz mit uns selbst (uns.zellbst) zu vereinigen. Diese finale Austreibungsphase (Entleerung) kann sich erschöpfend anfühlen, es kann uns zum äußersten Rand unserer Komfortzone drängen, weil sich unsere Lebenskraft aus allem zurückzieht, was uns nicht mehr erfüllt. Diese Leere (dieser Zustand des inneren Vakuums) kann sich in verminderter/zurückgehender Vitalität, verminderter/zurückgehender Mittel/Ressourcen (finanziell & anderweitig),  verminderter/zurückgehender Kreativität/Schaffenskraft, verminderter/zurückgehender Motivation/Antrieb (keine Leidenschaft = nichts mehr zu nähren, was Leiden schafft) und vielem anderem mehr zeigen … aber es geschieht alles in Vorbereitung auf „die vollkommen neuen Anfänge“. … https://dasmanuskriptdeslebens.wordpress.com/2016/12/14/lauren-gorgo-dienstag-13-12-2016-dezember-newsletter/

Ich schrieb ja schon von dieser ominösen Müdigkeit, jetzt sind da auch noch komische Glieder- und Rückenschmerzen, das bedeutet, es geht wenig bis nichts mehr. Das Sofa ist meins, eine warme Decke auch und dazu ein kuschelnde Katze.

Gleichzeitig diese Abschiede, Abschied von allem, was ich einst war, von dem, was ich lebte, von hier, von mir, wie ich mich sah, doch nun auch von Menschen. In meinem Umfeld gehen hier fast wöchentlich (ältere) Menschen nach Hause, Nachbarn, die ich seit meiner Kindheit kenne. Das berührt schon und bringt das Thema Tod und Abschied sehr in den Vordergrund.

Doch näher und tiefer geht der Abschied eines Familienmitglieds. Gestern Abend ist er gegangen … es war in den letzten Tagen schon fast zu erahnen und doch, es geht tiefer als ich dachte. Unser Kontakt war in den letzten Jahren zwar nicht all zu eng, aber plötzlich tauchen Bilder aus meiner Kindheit auf. Viele schöne Bilder, berührende Bilder …

Auch mit dem Wissen um all die Hintergründe und dem Empfinden, dass es seinem Körper jetzt besser gehen wird als hier mit all den Krankheiten, tut es verdammt weh. Es kommt mir so endgültig vor, so … als ob eine Lücke zurück bleibt. Ich weiß, viele Menschen werden ihn vermissen, war er doch hier im Dorf sehr engagiert und überall mit dabei.

Ich habe ähnliches noch nicht all zu oft erleben müssen … als vor 10 Jahren meine Oma ging, war ich noch nicht so offen, all das wahrzunehmen, was ich jetzt wahrnehme. Trauer fühlte ich zwar auch, doch sie konnte nicht so reinigend fließen.

Heute nun fühle ich mich einfach so dünnhäutig, so verletztlich, dass bei jedem bisschen Tränen fließen. Ich glaube aber, dass da noch mehr gehen will als nur das, was mit ihm zusammen hängt. Da gehen Miriaden von Energien, eine Menge alte Trauer, Trauer, die ich so nicht zeigen durfte oder wollte. Jetzt ist alles so offen, dass fließen darf, was fließen will … um mich und alles um mich herum zu reinigen, um los zu lassen und eintauchend in die schönen Erinnerungen Revue passieren zu lassen, was einst war. Und um dann vergebend und dankend sich dem Neuen zuzuwenden …

Abschiede dürfen traurig machen, dürfen weh tun, dürfen gelebt werden …

… und so grüße ich die Seele im Licht von hier, der Erde … dankend, vergebend, erkennend und verbindend.

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