Heilung von Familienkarma

Stille … trauernde Menschen … Gedenken und Verneigung vor dem Verstorbenen … alle vereint in ihrem Abschiednehmen von ihm …

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Gestern fand der endgültige Abschied von meinem Onkel statt. Unzählige Menschen kamen, um dieser Feier beizuwohnen. Darunter auch wir, die engsten Familienmitglieder. Es war nasskalt und grau. Die Feier begann, als der Redner die ausgewählte Musik anschaltete: ABBA „I Have a Dream“. Laut und recht fröhlich schallte diese über den Friedhof … und entlockte mir schon das erste Mal ein leises Lächeln … wie passend, dachte ich noch … es war alles so anders, als ich es erwartet hatte …

Die Tage, nachdem ich vom endgültigen Gehen meines Onkels erfuhr, waren für mich sehr intensiv. Ich spürte schnell, dass sich ganz viel lösen wollte, was mit unserer gesamten Familie zu tun hatte. Mehrmals zog es mich hinaus in die Natur, wo ich meinen Tränen freien Lauf ließ und wieder und wieder schluchzend und voller Schmerz durch die Gegend lief. Was hier hinaus wollte, war willkommen. Es half mir, mit dem Schmerz und der Trauer umzugehen. Es half mir, die schönen Seiten und all die Erinnerungen aus meiner Kindheit anzusehen. Es half mir, zu danken und zu vergeben und es half mir, neu zu sehen.

Ein wenig mulmig war mir trotzdem, als der Termin der Trauerfeier näher kam. Vor allem wegen all der anderen, all jener, die in ihrer Trauer nur diese sehen … wie damit umgehen?

Ich spürte schnell, noch bevor wir losgingen, dass da was bei mir war. Ich spürte sie, die Liebe meines Herzens und das Licht der Engel. Die ganze Zeit waren sie da. Sie hüllten mich ein. Sie gaben Licht. Sie segneten uns.

Ich fand es schade, dass die Rede nicht so recht dem Menschen gerecht wurde, der mein Onkel war. Hier können wir alle noch sehr viel lernen. Doch ich wollte all jenen, für die genau dies noch in eben solcher Weise richtig ist, Respekt zollen. Vielmehr ging ich ins Fühlen. Ich nahm die Seele meines Onkels so stark wahr, spürte die Engel auch weiterhin um mich und die anderen und fühlte das Licht. Es lag ein so berührender Frieden über allem. Einfach wie ein Wunder. Und da war dieser Moment, wo es plötzlich weit wurde. Mir war, als ob alles gesagt war und er sich jetzt wirklich verabschiedet hatte. Er ging … weiter auf seinen Weg … hinein ins Licht … dorthin, wo er hergekommen war, vor vielen Jahren … er ging in Frieden, erlöst und frei …

Und wir gingen auch, gemeinsam zu einem Zusammensein in dieser neuen Form, ohne ihn. Ich selbst spürte sehr intensiv, wie wichtig dieses Zusammensein für mich und meine Weiterentwicklung war. Denn hier hatte ich die Möglichkeit, karmische Heilung in Gang zu setzen. Ich kam mir vor, als ob ich mich aus alten Verstrickungen löste (dachte noch vor mich hin: „ich lasse mich nicht mehr anbinden“) und spürte plötzlich eine immense Befreiung. Ich agierte, weil ich es wollte. Ich zeigte mich so, weil ich es wollte! Ich war wieder da! Ich strahlte! Man sah mich!

Ich fühlte mich neu … und löste damit auf, was sich über Jahre festgesetzt hatte. Umarmungen folgten, Verständnis und Zuhören, da und miteinander sein und … es entstanden neue Familiengefüge, ja vielleicht auch solche, die wir einst alle ablegten, um uns hinter unseren Ängsten zu verschanzen und weil sich unsere Wege einstweilen trennten, da sie so verschieden waren. Heute kann ich sagen, ich kann die anderen so stehen lassen und trotzdem da sein. Das ist neu! Das ist etwas, was in den letzten Tagen entstand und erst jetzt wieder lebbar wird.

Ich weiß, dieser Tag, diese Moment wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich weiß, das war für mich eine Befreiung, die alles möglich macht! Durch meine eigene Kraft und meine Macht, die ich erkennen durfte, leitete ich meine eigene Tiefenheilung in die Wege. Sie wirkt nach. Sie lässt mich innehalten. Sie macht demütig und sooo dankbar!

Ich gehe jetzt zurück in mein Feld, um all das nachklingen zu lassen und meiner Seele sowie meinem Körper Zeit zu geben, sich von dieser intensiven Zeit zu erholen. Eine Neugeburt auf diese Art und Weise zu erleben ist etwas Besonderes. Es ist ein Wunder, mit dem ich so niemals gerechnet hätte und … es fällt mir diesmal nicht ganz so leicht, mein Erleben und Fühlen in Worte zu bringen. Mir scheint, es ist einfach zu groß dafür, um hier in diesem (kleinen) Text festgehalten zu werden. Da war und ist noch so viel mehr … in mir, um mich …

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Wenn eine Seele geht

Wenn eine Seele geht,
dann werden viele andere sich befreien …

Wenn eine Seele geht,
dann gibt es nicht nur Schmerz und Trauer,
sondern auch Glück und Freude.

Wenn eine Seele geht,
dann wird das Unmögliche möglich
und es geschehen Wunder.

Wenn eine Seele geht,
dann singen die Engel!!!

PS: Ich habe es erlebt 🙂

Ich schreibe diese Worte immer noch in tiefster Berührung für all dieses Erleben und Erfahren, voller Dankbarkeit und im Gedenken an M., meinen Onkel auf der anderen Seite ♥

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