Entfesselungen

Wir sind gerade dabei, uns aus alten, uralten Entfesselungen zu befreien. Oft zeigen sich diese in Verbindungen mit Menschen, denen wir heute sehr nahe stehen und die uns mit ihrem Sein zeigen, was in uns noch der Heilung bedarf. Vielleicht meinen wir ja, dass diese Verbindungen und Verstrickungen nur aus diesem einen Leben seien … einfach weil wir sie hier so klar vor Augen haben. Aber ich denke, dass dem nicht ganz so ist. Wir wissen ja, mit den Menschen, mit denen wir uns tief verbunden fühlen, hatten wir meist schon mehrere Leben und unterschiedlichsten Konstellationen.

***

Das rasante Tempo der inneren Bereinigung macht auch nicht davor Halt, ob ich mich nun auf Reisen befinde oder wieder zu Hause bin … die Reinigungswellen rauschen durch mich hindurch. Schrieb ich doch von meiner Reise durch den Tunnel … so scheint mir das „nur“ ein Teil, ein Puzzleteil, zu sein. Das große Ganze, was bereinigt und erlöst sowie in mir geheilt werden will, zeigt sich mir nur stückweise, was gut ist. Denn sonst hätte ich bestimmt gesagt, dass ich das niemals schaffen werde …

Doch so nehme ich die Chance wahr und bleibe einfach offen … ich bin also zurück, irgendwie widerwillig … hatte ich doch so gar keine Lust, in mein „altes Leben“, an den „alten Ort“ zurück zu kehren. Doch da ja noch nichts weiter sichtbar war, sollte es so geschehen. Und wie sich zeigt, war und ist es richtig und bin ich für den Moment an dem Ort, wo ich sein soll. Doch ich fühle mich anders! So neu! So klar! So kraftvoll 🙂

Das hilft mir sehr, die neuen Herausforderungen anzunehmen und leichter da durch zu gehen. Denn diese Entfesselungen, von denen ich hier schreibe, sind sehr anhänglich (das ist noch untertrieben!), sehr zäh, sehr einschränkend und herunter drückend (sofern man sich hinein ziehen lässt). Dabei zeigen sich Muster und werden Dinge klar, wie all die Jahre etwas ablief … aber auch warum es im Außen nicht weiter gehen konnte und vor allem, warum sich das Thema Fülle bisher nicht lösen ließ. Ob das jetzt nach tiefer Heilung und klarem Erkennen anders wird, kann ich für den Moment nicht beurteilen. Ich fühle aber, dass mir auch hier meine neue Kraft und Stärke helfen.

***

Es ist nicht ganz ohne, sich hier immer wieder so offen hinzustellen und all die Dinge anzusprechen, die sehr privat sind. Ich meine aber, dass viele von euch ähnliches kennen und sich deshalb bestimmt hier wieder finden und Mut schöpfen. Worum geht es nun genau?

Ich lebe in einer Generation, deren Eltern als Kriegskinder aufwuchsen, ihr Leben lang darauf bedacht waren, ihre Versorgung abzusichern und Geld zu verdienen. Sie haben Ängste in so großem Maße, dass diese auch heute noch ihre Leben beeinflussen (was durch deren Erleben kein Wunder ist). Ihr Leben gestaltete sich oftmals recht geordnet … Arbeit, Familie, Kinder, Rente, Enkelkinder …

Ihnen fällt es schwer, zuzusehen, wenn ihre Kinder (also z.B. ich) so ganz andere Wege gehen, nirgendwo hinein zu passen scheinen, keine engen Kontakte pflegen, keine „normale“ Arbeit, wenig Geld … Mütter (und Väter) wollen immer nur das Beste für ihre Kinder, doch was ist das Beste???

Auch die Antwort fand ich noch mal klar bei Sergio im Buch „Die Heimkehr des träumenden Delphins“:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
des Lebens nach sich selbst.
Sie treten durch euch in die Welt,
aber nicht aus euch.
Und obgleich sie bei euch sind,
gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen Liebe geben, aber
nicht eure Gedanken, denn sie haben
ihre eigenen.
Ihrem Körper dürft ihr ein Haus schenken,
aber nicht ihren Seelen,
denn diese wohnen im Haus des Morgen,
das ihr selbst in euren Träumen
nicht zu betreten vermögt.
Ihr mögt danach streben, wie sie zu sein,
doch versucht nicht, sie euch gleich
zu machen.
Denn das Leben schreitet weder zurück,
noch verharrt es im Gestern.

Khalil Gibran, der Prophet

Das Beste für ein Kind ist also ganz klar, es in seinem So-Sein zu bestärken, es seine eigenen Erfahrungen machen zu lassen, da zu sein, aber nicht so nah zu sein, dass man ihm die Luft wegnimmt, sein Leben vorzuleben und zu einem bstimmten Zeitpunkt:

l o s z u l a s s e n …

Nur wann ist dieser? Mit 20? Mit 40? Oder wie bei mir mit 50 immer noch nicht? Und was mache ich, wenn sie nicht loslassen wollen (oder können)? Da ich mich gerade in genau dieser Situation befinde, bin ich dran, für mich zu schauen … interessanterweise tritt gleichzeitig dieses Thema auch mit mir und meiner Tochter auf … uih … volle Breitseite 😉

Also … ich und meine Eltern … ein Zusammenspiel, was man von außen betrachtet wirklich als Spiel sehen kann (wenn es sich nicht manchmal so ernst anfühlen würde). Wie zeigt sich diese Spiel aber nun?

Wie Eltern nun mal sind, sie möchten, dass es ihrem Kind gut geht. Sie geben, sie schenken, sie unterstützen finanziell, sie binden, sie knüpfen Bedingungen daran, sie wollen Zuneigung und Liebe, wollen, dass man da ist … wollen aber auch (unbewusst), dass man nicht „groß“ wird, dass man immer wieder zurück kommt, als Kind, als hilfebedürftiges Wesen … und so, fühlen sie sich, gestärkt, gebraucht, ausgefüllt, sehen ihre Leere nicht, klammern, halten fest, leben Vergangenes, bremsen, deckeln, halten einen in Abhängigkeit und „klein“ …

(Bitte nicht als Anmaßung oder Kritik sehen, ich möchte einfach Zusammenhänge darstellen und weiß, dass jeder hier sein Leben so gut es geht lebt, auch unsere (und meine) Eltern!)

Doch warum können sie es so leben und uns/mich damit fest- und klein halten? Genau, weil wir/ich es zulassen!!!

Erst jetzt, nach dieser doch langen Zeit der Selbsterkenntnis, beginne ich zu begreifen, dass auch das mit mir, und nur mit mir, zu tun hat. Ich kann sie nicht ändern! Ich kann nicht verlangen, dass sie ihr Leben ändern! Ich kann nur mich verändern!

Und da ich gerade meine Kraft wieder finde, meinen Selbstwert in mir entdecke und in jedem mir bewussten Moment stärke, mich darauf besinne, wer ich bin, was ich kann, wohin ich will und dass alles in mir ist, ist endlich dieser Moment gegeben, hier offen und ehrlich hinzuschauen. Bisher war es einfach, eben so mitzufließen und vor sich hinzudümpeln (dieses Bild zeigt sich mir gerade). Hm … aber so war es. Doch da ändert sich gerade viel. Ich erkenne. Ich sehe klarer. Ich fühle, was so gar nicht mehr geht. Ich bleibe bei mir und beobachte und ich bin ehrlich zu mir selbst.

Es geht um mehr als diese Entfesselung … es geht um meine eigene Befreiung! Es geht um eine Befreiung aus meinen selbstgemachten Begrenzungen, aus meinen einschränkenden Gedanken und Vorstellungen und darum, diese Heilung in Liebe geschehen zu lassen …

***

Dazu nun noch mein Traum von heute morgen. Hier ging es um die Entfesselung von meiner Tochter und mir. Dieser Prozess läuft auf beiden Seiten schon einige Zeit und dies auf bewusster Ebene. Deshalb war ich im ersten Moment auch ziemlich geschockt über dessen Inhalt. Doch ich weiß auch, meine Träume haben zunehmend hinweisenden Charakter und oftmals enthalten sie wertvolle Botschaften. Dieser Traum war es auch, der mich zu dem Text inspirierte …

Ich fotografierte einen graubraunen Schwan/Kranich (war nicht so gut zu erkennen). Dieses Foto wollte ich jemanden zeigen, um zu beweisen, dass er real war. Und prompt wurde aus dem Foto ein Schwan, der sich real zeigte. Dieser biss mich in den rechten Daumen, er ließ nicht los und es schmerzte heftig. Meine Tochter saß im Hintergrund und schaute gelassen, desinteressiert und fast gelangweilt zu. Ich schrie um Hilfe, doch sie rührte sich nicht und half mir auch nicht. Ich wand mich vor Schmerzen, nahm dann ich all meine Kraft zusammen und schleuderte das Tier weit von mir. Dieser Schmerz hielt an, bis ich los ließ …

Anschließend sehe ich mich ein Bild malen. Es enthielt verschiedenen Linien und Symbole, die kreisförmig angeordnet waren. Auf einer Linie sehe ich das Wort „Entfesselung“. Dieses Bild schwang harmonisch und friedvoll.

Ich fragte meine Tochter, warum sie mir nicht geholfen hat. Sie sagte: „Dann ziehst du mich wieder so tief in deins rein und stülpst es mir über …“

***

Ihr seht, ich befinde mich gerade in zwei verschiedenen Ebenen der Entfesselung und kann parallel zuschauen, wie sie sich auflösen. Doch ich wiederhole noch mal, nur wenn ich mich erkenne und so verändere bzw. das lebe, was ich leben will … unabhängig, frei, indem ich andere sein lasse … mich immer wieder bewusst daran erinnere, dann können diese Entfesselungen greifen … meine Veränderung zieht auch nach sich, dass der andere dieselbe Möglichkeit bekommt. Allerdings kann es auch vorkommen, dass ich die volle Breitseite der Frustration und Angst bekomme, wenn der andere merkt, dass sein altgewohntes Verhalten nicht mehr greift … ich werde sehen …

Die ersten Geschenke trudeln allerdings schon ein. Man spiegelt mir im Außen, was im Innen geschieht … ich bekomme plötzlich so positive Rückmeldungen zu meinem Wesen und Unterstützungen, die dies noch unterstreichen … das ist ganz neu für mich! Ja, ihr Lieben, ich gehe mutig weiter meinen Weg durch all die Tunnel, hinauf und hinab … und hinein zu mir und entfessele mich 🙂

PS: Ich freue mich immer über Wertschätzungen und Spenden und danke schon mal all Jenen, die mir diese mit liebevollem Herzen zukommen lassen ♥

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