Hinab in die Tiefe und wieder hinauf

Dieser Titel klingt irgendwie noch zu human, als dass er das aussagt, was bei mir in den letzten Tagen geschah. Ziemlich seltsam begann es schon am Sonntag. Trotz ein wenig Unruhe in mir wollte ich ein Konzert besuchen. Die Sonne schien, alles lief … bis ich merkte, dass ich eine Stunde zu früh losgefahren war. Ok, kann ja mal passieren, doch es fühlte sich schon so komisch an, dass ich es irgendwie nicht einordnen konnte. Das Konzert selbst musste ich nach dem ersten Drittel verlassen, weil ich mich sowas von fehl am Platze fühlte, dass es wie ein Verrat an meiner Seele gewesen wäre, wenn ich geblieben wäre. Vielleicht klingt das überzogen oder unverständlich, doch ich war an diesem Tag dermaßen fühlig, dass mich schon der Inhalt der Lieder emotional aus dem Gleichgewicht brachte, dass es nur eine Möglichkeit gab. Ich musste zu meinen Empfindungen und meiner Wahrheit stehen und gehen, egal was „man“ vielleicht darüber denken könnte oder ob andere das nicht in Ordnung finden. Ich wusste, wenn ich in diesem Feld bleibe, dann verrate ich mich und alles, was meine Wahrheit, mein Sein ausmacht. Ich war so wütend, so verletzt … allein durch das, worüber da gesungen wurde. Ich vermisste den Respekt vor allem, doch besonders vor den Tieren und konnte nicht nachvollziehen, wie man so verletzend mit Worten umgehen kann …

Dieser Sonntag fühlte sich also schon echt schräg an, trotz wunderschönem Sonnenuntergang und Klarheit im Außen. Doch das dies erst der Anfang sein sollte, hatte ich da noch nicht geahnt. Denn am Montag begann der „Abstieg“ in meine Tiefen … fragt nicht … ich meinte, im Grau zu versinken, meinte in der schlimmsten Depression meines Lebens zu stecken, meinte, alles, wirklich alles – mein ganzes Leben dermaßen in Frage zu stellen, meinte, dass ich auf dem falschen Weg sei, meinte, dieses Alleinsein nicht mehr ertragen zu können, meinte echt, alles bisher falsch gemacht zu haben … soll ich fortfahren? Da war noch so viel mehr, was mich runter zog, so vieles, was mich zutiefst erschütterte, öffnete und Ströme von Tränen fließen ließ. Mein Körper schmerzte, meine Seele weinte … um mich, um alles, was nicht da zu sein scheint, um verlorenes und vergangenes, um heutiges und nicht gelebtes … alles in mir brannte, schmerzte, wütete, wollte raus, wollte fließen, ins fließen gebracht werden, wollte nur einfach wahrgenommen werden …

In meiner Medi hörte ich die Worte: „Immer bin ich auf der Suche, doch wonach? Alles, was ich suche, finde ich in und bei mir, nicht bei anderen, nicht woanders …!“ das so zu hören, trieb noch mal eine Menge Schmerz nach oben und ließ die Tränenbäche weiter fließen … später konnte ich dann ein wenig schlafen. Auch die darauf folgende Nacht war lang und irgendwie heilsam. Und so kam mir der gestrige Tag schon ein wenig heller vor, auch wenn es immer noch in mir arbeitet.

Dieses Gefühl, nicht zu wissen, wo man sich da durch bewegt, das Gefühl zu haben, durch die tiefste Dunkelheit zu waten, keinen Ausgang zu sehen, sich selbst als Licht zu vergessen … all das macht Angst, macht wütend, frustriert und man möchte am liebsten raus aus diesem Leben, aus sich selbst, aus allem, was einen einengt, was man sich selbst auferlegt hat, wo man sich hat hinein pressen lassen. Es scheint, als ob da Äonen von Jahren und Leben auf einmal zusammen gedrückt werden, um endgültig zu explodieren (im Sinne von, aufspringen, heraus drängen, abfließen …). Es scheint aber auch, als ob man selbst diese Wut nicht mehr halten kann und sie, wie auch immer, aussprechen oder im Tun kanalisieren muss.

Dieses: „Ich will und kann so nicht weiter!“ ist wohl so was wie ein Türöffner für sich selbst, eine Absicht, weiter zu gehen und wirklich alles an Schmerzhaftem hinter sich zu lassen. Nicht einfach und schon gar nicht mal eben nebenbei erledigt. Das ist uns wohl allen klar. Und wie ich sehe und wahrnehme, bin ich damit auch nicht allein. Das kollektive Feld brodelt genauso und so mancher steht in diesen Tagen neben sich. Was bedeutet, wir sollten nicht alles auf die Goldwaage legen, was andere uns sagen oder womit sie um sich hauen. Es sind oft Verzweiflungsworte oder Hilfeschreie … wenn nichts mehr geht, man sich „da unten“ gefangen fühlt, verloren scheint, allein ist.

Diese Portaltage haben es so in sich, dass es wirklich nur noch langsam, schrittweise, mit viel Achtsamkeit für sich selbst und sein Umfeld, klaren Ansagen (wenn man Ruhe und seinen Raum braucht) und Mitgefühl für sich und die anderen geht.

Wir wissen alle, dass es sich gerade auf vielen Ebenen zuspitzt (siehe Wetter) und all die unterdrückten Emotionen auf jede erdenkliche Weise heraus wollen und müssen.

Mein Tipp: Hingabe … ich weiß, dieses Wort allein bringt einen manches Mal zur Weißglut 😉 … doch ich meine damit einfach die Hingabe an das, was gerade ist. Ist es in dir dunkel, schmerzt es, sehnst du dich nach etwas, wünscht du dir Liebe, meinst du, am äußersten Limit zu sein … gib dich dem hin, geh durch, trau dich hinein … zurück schrecken und einen Bogen darum machen, verstärkt nur alles noch. Vielleicht ist da ja jemand, der dir den Raum hält, während du dich hinein fallen lässt und deine „Dunkelheit“ durchlebst … vielleicht brauchst du einfach nur Ruhe und diesen Raum für dich, vielleicht hilft es dir, dich begleiten zu lassen … fühle hinein, was gut für dich ist.

Solltest du dir von mir Begleitung wünschen, dich ein Impuls weiter bringen, du dir z.B. eine heilende Energieübertragung wünschen oder, dass ich für dich „reise“ und deinem Krafttier begegne, in meinen Angeboten kannst du das finden, was für dich passt. 🙂

Und zum Schluss noch … es hilft gerade mal wieder zu wissen, dass man mit dem ganzen „Schlamassel“ nicht allein durch diese „Pampe“ watet und dass das Licht immer wieder irgendwo auftaucht 😉 … danke, dass ihr da seid!

Sonntagabend, die Sonne mit besonderem Licht

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7 Gedanken zu “Hinab in die Tiefe und wieder hinauf

  1. Jaaaa, genau so ging es mir auch. Sonntag mußte ich auch ein Treffen absagen, weil ich körperlich völlig fertig war. Mo. nur gelegen. Für mich ist der Druck von außen sehr nervig. Ich war sehr sportlich aktiv, gearbeitet und schlank. Habe mich sehr zurückgezogen weil ich vieles nicht mehr ertragen kann.
    Komme immer wieder mal Jetzt in einem schönen Liebes- Herzen- Flow :))
    Liebe Herzensgrüße
    Ulrike

  2. Und wieder einmal genau mein Empfinden. Ich konnte die letzten Tage kein lautes Geräusch ertragen. Und wieder einmal kam ich in Tiefen, die bei mir Selbstmordgedanken auslösten. Das glaubte ich eigentlich schon erlöst. Hmm. Aber wie Du liebe Lichtrose schreibst, hilft da Annehmen, Durchstehen, weiter, immer weiter, das Rad dreht sich, immer schneller.

    Fühle Dich gehalten von uns allen.

  3. Ja, so geht es mir auch jetzt gerade. Selbstmord, Amok laufen, total durchdrehen. Nichts mehr tun müssen und 100 Jahre schlafen das wäre meine Erlösung. Aber, wir schaffen das!!! Licht und Liebe zum höchsten Wohle aller.

  4. Liebe Heike
    Tausend Dank für deine wieder so stimmigen Worte. Wenn ich deine Zeilen lese, kann ich mich total hineinfühlen. Genauso geht es mir seit Sonntag.
    Tiefe Traurigkeit, der Körper schmerzt und ich könnte den ganzen Tag nur schlafen. Ich will nicht mehr, ich möchte am liebsten alles hinschmeissen. Wo ist die Fröhlichkeit, die Leichtigkeit?? Kommt das wieder? Tja wo Licht ist muss das Dunkle weichen
    Machen wir weiter …

  5. Hallo Liebe Lichrose, liebe alle, die geschrieben haben:
    alles was Ihr geschrieben habt, konnte ich auch so fühlen.
    War früher auch ein Power-Paket, liebe Ulrike, Power auf allen Ebenen… auch wenn ich immer noch so takte…. nix geht mehr so wie früher – in merkwürdigen Abständen und begrenzter Zeit fühle ich mich noch kurz – wie früher power und jetzt alles – und „lebend“
    schon kurz danach ist es wie „ach jetzt fällt mich das ein: Kennt ihr Supermans Reaktion auf Kryptonit?
    Vileicht habt ihr auch die Komiks gelesen?? Er verlor seine Kräfte, wenn er in der Nähe von Kryptonit war – genauso fühlt es sich für mich an (Sorry, eine merkwürdiger Vergleich für Euch??
    Aber so empfinde ich es

    Es ist schon länger so, dass ich dem „was ist“ einen Namen gab: „Phoenix aus der Asche“
    Zeitfenster, in denen gar-nichts-mehr geht, alle Sensoren übersteuert (hören, fühlen, schmecken, denken, und kein Kontakt mit der Außenwelt stattfinden kann – zu viel Tiefe, Schwere, Depression nicht mehr wollen und können – nur schlafen, schlafen, schlafen – meins oder nicht – einfach zu viel..
    Da hilft nur: annehmen, annehmen und gehen lassen, dem Körper all das geben, was er möchte, egal, wie schräg die Bedürfnisse sein mögen….
    und
    Zeitfenster in denen ich mich „hinaustrauen kann“, voll er Energie (irgendwie auch übersteuert – und alles erledigen kann (sogar auf Einmal) , mit Leichtigkeit, fliegend und Freude.(möchte auch sagen: eher selten 🙂
    Es wechselt sich ab und ist nicht voraussehbar, wann was möglich ist –
    Die Energien fordern mich in die jeweiligen Situationen, es erfordert sehr viel Geduld und Stärke, auch Glauben in die Richtigkeit, in die uns Gott/Göttin führt. Immer wieder neu und immer wieder anspruchsvoll.
    Es gibt hier keine: Das hilft Dir-Floskel für alle.
    Aber Annehmen, Vertrauen, zulassen, gehen lassen – ruhen, den Körper als lieben Freund zu achten und zu versorgen – Vertrauen in den großen Plan zu haben und in Geduld zu wachsen (konnt ich früher echt nicht)
    sind auf den Punkt gebracht für mich die Tools, um hier zu überleben.

    Umarme Euch herzlichst

    • „ist nicht voraussehbar, wann was möglich ist “ … das Hier&Jetzt ist immer frisch und neu/ oder halt a bisserl anders … nie wiederholt es sich …

      Für mich ist „Kryptonit“ (in diesem Zusammenhang) … source~love … alle irdischen 3D-Dinge/Kostrukte/Strukturen/Identitäten … werden aufgelöst, um wieder in den urprünglichen source~love~flow integriert zu SEIN 🙂

      … keiner mehr da … außer … source~love~flow 💜

  6. Danke liebe Heike! Und wieder finde ich mich in dem wieder, was Du beschreibst! Ich suche die Freude, um einen Gegenpol zu haben, aber im Moment ist es sehr schwer, sie zu finden. Ich streichle unseren Hund, den Lieben, und freue mich daran, dass mein Mann ein Fels in der Brandung ist, obwohl er restlos angewidert ist von der Politik. Feinstoffliches erreicht ihn scheinbar wenig (und manchmal vielleicht von Vorteil?). In dem ganzen Elend kann ich auf die Beiden zurückgreifen, das ist ein Geschenk! Ich freue mich auch darüber, dass ich hier Trost finde in dem Wissen, dass Du, liebe Heike, und viele Andere (wohl überwiegend Frauen?) die gleiche Seelenpein, verbunden mit etlichen körperlichen Beschwerden, durch-machen wie ich. Also gibt es doch Freuden! Und ich halte fest in der Gewißheit, dass wir bald das Goldene Zeitalter erreicht haben werden! Das ist Fakt! Wenn ich richtig informiert bin, enden die Portaltage September am heutigen 15. . Ich hoffe, eher erwarte ich, dass wir uns nun erstmal wieder etwas entspannen können!
    Seid alle gegrüßt ihr Tapferen!
    Alena

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