Schwellenzeit

Der letzte Tag dieses so intensiven Monats beginnt. Wie geht es dir gerade? Weißt du noch, wer du bist, wo du bist, was du hier willst und sollst?

Was für ein November! Was für tiefgehende Tage liegen hinter uns. Nach dem letzten Wochenende, bin ich immer noch dabei, mich in meinem neuen Sein zurecht zu finden und hier einzurichten. Es ist so anders. Ich fühle mich anders. Da ist Leere, ganz viel Leere … nichts, was ich gerade tun müsste oder was mich irgendwohin zieht. Es ist der Moment, der sich mir gerade immer wieder neu zeigt. In so einem Moment kam der Impuls, jetzt doch ein paar Worte zu schreiben. Auch wenn es nicht wirklich viel zu erzählen gibt. Auch wenn da so wenig da ist wie bisher noch nie.

Ich fühle mich wie am tiefsten Punkt meines Lebens, denn ich habe alles losgelassen … derzeit keine eigene Wohnung, fast keine Einnahmen, keine Ahnung, wie weiter. Es kommen Bilder, Erinnerungen, Wehmut und Erkennen. Ich nehme hin, dass es mir in all den Jahren nicht gelungen ist, eine stabile Selbständigkeit aufzubauen, die mich trägt. Ich nehme weiter hin, dass ich für den Moment nichts weiß, nichts sehe, nichts will und tue. Ich erkenne, dass ich so nicht mehr weiter machen kann und will und dass es mir nicht möglich ist, in alten Systemen mich zu leben.

Ich lebe gerade nur für dem Moment und lasse mich durch diese Schwellenzeit hindurch führen. Anders geht es nicht. Dieses tiefen Punkt so zu erfahren, ist für den Verstand einerseits total interessant, aber auch zeitweise noch beängstigend. Doch die Faszination überwiegt und das Beobachten, was das alles mit mir macht. Denn da ist gleichzeitig ein tiefes Gefühl des Wissens und Vertrauens, dass ich trotz allem nicht verloren gehe und sich zeigen wird, wo und wie mein Leben weiter geht.

In diesen Tagen bin ich sehr bei mir. Ich fühle ein neues Feld in mir. Dieses Feld ist noch leer, aber stabil. Es ist hell und weit. Es wärmt mich, auch wenn ich darin nichts sehe. Ich stehe in diesem Feld, endlich stehe ich und laufe nicht mehr weg, schütte mich nicht mehr mit allem zu, was ich meine, doch tun zu können. Lange war das für mich normal, danach zu suchen, was ich tun könnte, wo es weiter gehen könnte, was denn noch funktionieren könnte. Ich war so in diesem Tun-Modus, dass da gar kein Raum war, dieses leere Feld mal ausgiebig kennen zu lernen. Dieser Raum ist jetzt jedoch da. Er trägt mich, erstaunlicherweise.

Und hier kommen sie, die Erkenntnisse. Hier lerne ich mich aushalten. Hier erfahre ich, wer ich wirklich bin außer den Masken, den vielen Schichten und dem vermeintlichen Sein. Es geht langsam. Ich taste mich vorwärts, schaue mich suchend um, erfahre mich in einer stillen Sanftheit. Ich fließe mit, erkenne, dass ich jeden Moment anders gestalten kann, wenn ich das will. Erkenne auch, dass ich mich jederzeit neu entscheiden darf und kann. Halte inne, werde noch langsamer, atme, bin. Das ist derzeit das, was mich ausmacht. So verlaufen meine Tage. Die Nächte sind aufwühlend, viele (durchaus auch komische und nichtverständliche) Träume. Fast jede Nacht ziehe ich um, räume aus und ein. Das, was ich tagsüber nicht bewusst sehe, passiert nachts. Auf anderen Ebenen „arbeite“ ich wohl umso mehr.

Das führt dann dazu, dass ich viel Ruhe benötige. In dieser Ruhe hilft es, wenn ich mich in meine inneren Räume begebe oder wenn ich mein neues Buch lese (siehe auch Buchempfehlung „Am Feuer der Mondfrauen“). „Am Feuer der Mondfrauen“ berührt mich so tief, weil es Dinge an- und ausspricht, die gerade jetzt zum Erkennen und Erinnern führen. Diese Worte die Liebe, die Nina da geschrieben hat, fallen einfach in mein Herz hinein und wärmen es. Sie sind wie Tropfen, die den Boden in mir benetzen, damit neue Samen sprießen können. Sie sind die Sterne, die meinen Weg erleuchten und mir genau das Licht schenken, das ich jetzt gerade brauche.

Es wird eine Zeit kommen, in der ich wieder „aufstehen“ werde. Es wird für uns alle diese Zeit kommen. Doch diese Schwellenzeit jetzt ist so wichtig, denn sie zeigt mir gerade etwas ganz Besonderes. Sie nimmt mich an die Hand und führt mich in mein eigenes liebendes Sein hinein. Zum ersten Mal gehe ich so tief, dass ich mich sehe, mich fühle und in diesem Fühlen und Wahrnehmen weiß, dass es reicht, wenn ich b i n. Berührung … in der Tiefe … Stille.

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Anmerkung:
Mein Wunsch ist es, mit meinen wunderschönen Naturkalendern für 2019 Herzen zu berühren. Da noch einige vorrätig sind, möchte ich noch einmal daran erinnern. Hast du Interesse oder möchtest einen Kalender verschenken, dann freue ich mich über deine Bestellung 🙂

Mehr zu den Kalender: https://lichtrose2.wordpress.com/kalender-und-mehr/ oder   https://www.infobewusstleben.de/kalender

Spenden nehme ich auch weiterhin gern an, jetzt mehr denn je 😉

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Ein Gedanke zu “Schwellenzeit

  1. liebe Heike,

    du bist eine sehr starke und mutige Frau – Chapeau! Danke nochmal, dass du deine Gedanken und Gefühle so offen teilst. Ich kann sehr gut nachempfinden wie du dich fühlst, mir geht es gerade sehr ähnlich: Job und Wohnung gekündigt, kein plan oder ziel…wilde Träume und nächtliche Schweissausbrüche, emotionale Achterbahnfahrten, manchmal bisschen Angst, doch das Gefühl geborgen und geführt zu sein überwiegt mittlerweile 🙂
    Du bist also nicht alleine, alles ist gut und alle zusammen sind wir stark!!! ☆
    A apropos: hast du schon mal von einem Rainbow Gathering gehört? Mir persönlich hat das nochmal ganz neue Impulse gegeben, viele Verbündete und mein Leben in eine neue Richtung gelenkt.
    Auf jeden Fall alles Liebe für Dich und weiter so!
    Alexandra

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